30/04/2024

Als Auswanderer im Ausland arbeiten: Arbeitserlaubnis, Steuern und Co.

Im Ausland arbeiten als Auswanderer

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Wer auswandert, sollte sich frühzeitig um einen Arbeitsplatz, Wohnraum und die Krankenversicherung kümmern.

 

Die Entscheidung, ins Ausland zu ziehen, bringt viele Herausforderungen und Notwendigkeiten mit sich, die gründlich bedacht werden sollten. Dieser Artikel deckt wichtige Themen ab, die jeder Auswanderer beachten muss, darunter Arbeitserlaubnisse, Steuerpflichten und Krankenversicherung.

Arbeitsaufnahme als deutscher Staatsbürger im Ausland

Die Aufnahme einer Arbeit im Ausland als deutscher Staatsbürger bringt einige bürokratische Herausforderungen mit sich, die je nach Zielort variieren können. Generell ist eine der ersten Hürden die Arbeitserlaubnis. Diese ist essenziell, da sie die legale Arbeitsaufnahme im Gastland ermöglicht. In vielen Ländern muss der zukünftige Arbeitgeber oft schon vor der Einreise des Arbeitnehmers den Antrag auf eine Arbeitserlaubnis stellen. Dies bedeutet, dass sich Interessierte bereits in Deutschland um diese Angelegenheiten kümmern sollten, oft in enger Zusammenarbeit mit dem zukünftigen Arbeitgeber.

Spezifische Anforderungen in ausgewählten Ländern

Beispielsweise erfordern die USA, dass der Arbeitgeber eine Petition bei den US-Behörden einreicht, die beweist, dass der zukünftige Mitarbeiter eine spezifische Qualifikation besitzt, die auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt benötigt wird. Erst nach Genehmigung der Petition kann der Mitarbeiter ein Arbeitsvisum beantragen. In Kanada wiederum könnte man unter bestimmten Umständen über das Express Entry System eine Arbeitserlaubnis erhalten, falls man in eine der gefragten Berufskategorien fällt. In Australien ist es ähnlich geregelt. Hier wird oft ein Sponsor benötigt, der die Notwendigkeit der Anstellung eines Ausländers nachweisen kann, bevor eine entsprechende Visakategorie gewährt wird.

In der Europäischen Union ist die Situation für deutsche Staatsbürger einfacher, da das Recht auf Freizügigkeit es ihnen erlaubt, in jedem EU-Mitgliedstaat zu leben und zu arbeiten, ohne eine spezielle Arbeitserlaubnis beantragen zu müssen.

An den Wunschort reisen und vor Ort sondieren

Um sich optimal auf eine Auswanderung vorzubereiten, ist es essenziell, sich gründlich über die Lebenshaltungskosten und allgemeinen Lebensbedingungen am zukünftigen Wohnort zu informieren. Ein effektiver Ansatz hierfür ist der Besuch des Zielortes, um einen realistischen Eindruck von den täglichen Ausgaben und dem Lebensstandard zu gewinnen.

Als Beispiel kann die Region Hafling-Vöran-Meran in Südtirol dienen, ein beliebtes Ziel für Auswanderer aus Deutschland. Eine praktische Vorgehensweise wäre, sich zunächst in ein Wellnesshotel im schön gelegenen Dorf Hafling einzumieten. Von dort aus lassen sich dann in entspannter Atmosphäre die lokalen Gegebenheiten erkunden. Während des Aufenthalts kann man sich mit dem lokalen Wohnungsmarkt auseinandersetzen, Arbeitsmöglichkeiten prüfen und die allgemeinen Lebenshaltungskosten in der Region abschätzen. Dies gibt nicht nur einen Einblick in die möglichen Wohnorte, sondern auch in die beruflichen Perspektiven und erforderlichen Lebenshaltungskosten.

Überdies ist es ratsam, Gespräche mit Einheimischen sowie anderen Expats zu führen, um Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln. Solche Interaktionen können wertvolle Tipps zu allem bieten – von versteckten Kosten bis zu Empfehlungen für den Alltag. Außerdem ist es hilfreich, während des Aufenthalts Alltagsaktivitäten wie Einkaufen, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Restaurantbesuche zu tätigen, um ein Gefühl für die Preise und den Lebensstandard zu bekommen. So gewappnet, können angehende Auswanderer eine fundierte Entscheidung treffen, die auf realistischen Erwartungen basiert und die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Neustarts im Ausland erhöht.

Steuerliche Pflichten nach der Auswanderung

Bei einer Auswanderung spielen steuerliche Überlegungen eine wesentliche Rolle. Generell hängt die Steuerpflicht von der persönlichen Situation und dem jeweiligen Wohnsitzland ab. Sobald jemand seinen Wohnsitz in ein anderes Land verlegt und dort arbeitet, wird er in der Regel in diesem Land steuerpflichtig. Dies bedeutet, dass das weltweite Einkommen in dem Land versteuert werden muss, in dem der neue Wohnsitz besteht. Es ist jedoch wichtig, sich vor der Auswanderung über die Doppelbesteuerungsabkommen zwischen dem Heimatland und dem Zielort zu informieren, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Besonderheiten ausgewählten Ländern

Deutschland hat mit vielen Ländern Abkommen abgeschlossen, die festlegen, welches Land das Besteuerungsrecht für bestimmte Einkommensarten hat. Wer aus Deutschland nach Kanada auswandert, muss sein weltweites Einkommen in Kanada versteuern, kann aber durch das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern eine Anrechnung der in Kanada gezahlten Steuern auf die deutsche Steuerschuld erhalten, falls noch Einkünfte in Deutschland erzielt werden. In den USA hingegen werden sowohl Staatsbürger als auch Personen, die ihren ständigen Aufenthalt dort haben, auf ihr weltweites Einkommen besteuert, unabhängig davon, wo es erzielt wurde.

Für Auswanderer ist es auch entscheidend, die steuerlichen Meldepflichten in ihrem Heimatland zu verstehen. Deutsche Staatsbürger müssen beispielsweise ihre Auswanderung beim zuständigen Finanzamt melden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterscheidung zwischen Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt, da beide Kriterien Einfluss auf die Steuerpflicht haben können. In vielen Fällen kann es vorteilhaft sein, steuerliche Beratung sowohl im Heimatland als auch im neuen Wohnsitzland in Anspruch zu nehmen, um sicherzustellen, dass alle steuerlichen Aspekte korrekt gehandhabt werden und keine unnötigen steuerlichen Belastungen entstehen.

Auswandern und im Ausland arbeiten

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Damit das Leben nach der Auswanderung bezahlbar ist, helfen realistische Kalkulationen und ein paar Ersparnisse.

Gesundheitsversorgung im Ausland bedenken

Die Gesundheitsversorgung ist ein kritischer Faktor bei der Planung einer Auswanderung. Jedes Land hat unterschiedliche Systeme und Anforderungen bezüglich der Krankenversicherung, die sorgfältig geprüft werden müssen. Bevor man seinen ständigen Wohnsitz verlegt, sollte man sich über die Krankenversicherungspflicht im Zielland informieren. In vielen Ländern, wie beispielsweise Deutschland oder Kanada, ist die Krankenversicherung obligatorisch, wobei sich die Systeme erheblich unterscheiden können. In Deutschland ist man entweder gesetzlich oder privat versichert, während in Kanada ein überwiegend staatlich finanziertes System existiert, das jedoch private Zusatzversicherungen zulässt.

Besonderheiten der Krankenversicherung in ausgewählten Ländern

Für deutsche Staatsbürger, die in die USA auswandern, ist es besonders wichtig, sich mit den dortigen Versicherungsoptionen auseinanderzusetzen. Das US-amerikanische Gesundheitssystem basiert hauptsächlich auf privaten Krankenversicherungen und die Kosten für medizinische Behandlungen können ohne angemessene Versicherung extrem hoch sein. Hier ist es ratsam, eine umfassende Krankenversicherung abzuschließen, die den Bedürfnissen und Risiken der eigenen Gesundheit entspricht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Überprüfung, ob bestehende Krankenversicherungen im Heimatland Auslandsschutz bieten und wie lange dieser Schutz gültig ist. Viele deutsche Krankenversicherungen bieten beispielsweise nur einen begrenzten Schutz für Auslandsaufenthalte an. Daher könnte eine zusätzliche internationale Krankenversicherung notwendig sein, um eine lückenlose Abdeckung zu gewährleisten. Auch sollte man sich informieren, ob und wie vorhandene chronische oder bestehende Erkrankungen abgedeckt sind.

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