Viele Menschen haben keine Lust mehr auf Hektik und Stress, die in der deutschen Leistungsgesellschaft vorherrschend sind. Stattdessen wünschen sie sich einen simplen und ruhigen Lebensstil irgendwo, wo es warm ist. Es gibt viele gute Gründe zum zeitweisen oder dauerhaften Auswandern. Wie friedvoll und erholsam eine Reise letztendlich abläuft, hängt auch mit den Transportmitteln zusammen, die man nutzt. Slow Travel ist das Stichwort – entschleunigtes und bewusstes Reisen. Doch wie kommt man wirklich entspannt von A nach B?

Nutzen Sie öfter den Zug

Fliegen ist natürlich eine praktische Lösung für Reisende – vor allem, wenn man wenig Zeit hat. Man steigt an einem Ort ein und ist innerhalb weniger Stunden irgendwo anders auf der Welt. Slow Traveler nehmen sich hingegen die Zeit, mit etwas langsameren Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Das hat den Vorteil, dass man die Umgebung ganz anders wahrnehmen kann und auch das Reisen an sich schätzen lernt. Innerhalb Europas ist das Zugnetz gut ausgebaut, sodass man mit der Bahn sehr einfach an jedes Ziel kommt. Wer dennoch die Reisezeit effizient nutzen möchte, kann mit dem Nachtzug fahren – beispielsweise mit den Zügen der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF. So steigen Sie etwa abends in Berlin ein und wachen bereits am nächsten Morgen in Paris auf. Auch aus ökologischen Gründen lohnt sich diese Art des Reisens: Bahnfahren ist deutlich umweltschonender als Fliegen.

Lassen Sie Raum für Spontanität

Wer eine Reise akribisch plant, will dabei meist sichergehen, dass sämtliche Risiken minimiert sind. Aber ist es nicht manchmal viel schöner, sich ins Abenteuer zu stürzen und nicht zu wissen, was einen erwartet? Langsames Reisen geht auch damit einher, dass man sich Zeit nimmt, um wieder die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Impulse zu spüren. Erlauben Sie sich, einmal keinen Plan zu haben. Leben Sie in den Tag hinein. Entscheiden Sie spontan, worauf Sie Lust haben und wohin es Sie treibt. Diese Flexibilität kann Ihnen dabei helfen, sich mit sich selbst wieder zu verbinden und sich selbst näher zu kommen. Und wer weiß – vielleicht finden Sie abseits der ausgetretenen Pfade ganz besondere Orte.

Genießen Sie die Reise selbst

Das Reisen beginnt nicht erst, wenn Sie an einem bestimmten Ziel angekommen sind oder einen bestimmten Ort erreicht haben. Sondern genau dann, wenn Sie Ihren Fuß aus der Haustür setzen. Lernen Sie, das Unterwegs-Sein als Selbstzweck zu zelebrieren. Dabei kann es helfen, die Umgebung ganz bewusst wahrzunehmen – mit allen Sinnen. Sie regelrecht in sich aufzusaugen. Den Boden unter den Füßen zu spüren, die Gerüche in der Luft zu beachten und sich an den Farben zu erfreuen. Achtsamkeit ist hier das Stichwort – die bewusste Verankerung im aktuellen Moment. Langsames Reisen hilft dabei, eine aufmerksame und präsente innere Haltung zu kultivieren. Es gibt keine festen Pläne, Absichten oder Dinge, die man zu erledigen hat. Stattdessen kann man jeden Augenblick neu erleben und genießen – mit allem, was sich zeigt.

Reisen Sie mit leichtem Gepäck

Die meisten Menschen besitzen viel mehr Sachen als sie eigentlich benötigen. Unsere Häuser und Wohnungen sind voll mit materiellen Dingen, die wir mit unserer Lebenszeit bezahlt haben. Umso befreiender kann es sein, eine Weile lang nur mit dem Nötigsten auszukommen. Auf diese Weise lernen Sie, worauf es im Leben wirklich ankommt und was Sie mit Zufriedenheit und Glück erfüllt. Davon abgesehen spielt auch die praktische Komponente eine Rolle: Wer weniger Gepäck dabeihat, muss weniger tragen. Ihr Rücken und Ihre Nerven werden Ihnen dafür dankbar sein. Wichtige Reisedokumente wie  sollte man natürlich nicht vergessen. Davon abgesehen kann man jedoch auf mehr Dinge verzichten, als man denkt.

Planen Sie ausreichend Zeit für die Reise ein

Egal, ob Sie mit dem Gedanken spielen, dauerhaft auszuwandern, oder nur in den Urlaub fahren möchten: Langsames Reisen benötigt Zeit. Nur so können Sie an einem Ort wirklich ankommen und die Umgebung entdecken. Mindestens drei bis vier Wochen sollten es schon sein – besser noch mehr. Körper und Geist brauchen meist ein paar Wochen, um wirklich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Erst dann werden Sie erleben, wie befreiend es ist, langsam unterwegs zu sein. Versuchen Sie, sich diese Zeit wirklich für sich zu nehmen – ohne dass der Alltag einem ständig im Nacken sitzt. Regeln Sie Ihre Angelegenheiten vor der Reise, sodass sie weder Ihre E-Mails noch Ihr Telefon ständig checken müssen. Ständig erreichbar zu sein, verhindert oft die Entschleunigung. Erlauben Sie sich, ohne schlechtes Gewissen offline zu sein und sich wieder mit der echten Welt zu verbinden.

Bildnachweis: Foto von Alessandra Montigné

Wer ins Ausland auswandern möchte, sollte sich auch Gedanken über seine soziale Absicherung machen. Eine der wichtigsten Versicherungen für jede Person, die aktiv im Berufsleben steht, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch lässt sich diese Versicherung ohne Weiteres auf das Leben im Ausland übertragen oder muss ein neuer Vertrag abgeschlossen werden?

Die Berufsunfähigkeit sichert die versicherte Person gegen das Risiko ab, dass sie aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Spätestens wenn die Krankenkasse den Versicherten nach 78 Wochen Krankengeld aussteuert, greift im Fall der Berufsunfähigkeit die "BU" und der Versicherte erhält eine entsprechende Ersatzleistung. Auf diesen unerlässlichen Schutz sollten auch Auswanderer nicht verzichten. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung aber auch im Ausland weiter nutzen.

Bei Abschluss beachten: Ortsungebundener, weltweiter Versicherungsschutz

Schon beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten die Versicherten darauf achten, dass der Versicherer einen "ortsungebundenen, weltweiten Versicherungsschutz" in seinen Versicherungsbedingungen festgehalten hat. Dieser Aspekt ist unbedingt zu berücksichtigen, wenn Interessierte Berufsunfähigkeitsversicherungen vergleichen. Bei bestehenden Verträgen ist zu prüfen, ob diese Klausel enthalten ist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem ortsungebundenen, weltweiten Versicherungsschutz bleibt bestehen, egal in welchem Land der Versicherte sich aufhält oder arbeitet. Wer also mit dem Gedanken spielt, später einmal auszuwandern, sollte diesen umfassenden Versicherungsschutz von vornherein in seine Berufsunfähigkeitsversicherung integrieren.

Background of passport stamps on paper.
Stamps are not genuine original stamps. They are designed.

 

Berufsunfähigkeit im Ausland: Tipps für den Leistungsbezug

Wird der Versicherte im Ausland berufsunfähig, muss er unter Umständen dennoch bei einem deutschen Arzt vorstellig werden, der die Berufsunfähigkeit bestätigt:

  • Verlangt der Versicherer die Untersuchung in Deutschland, muss der Versicherte auf eigene Kosten anreisen, um sich dieser zu unterziehen, auch wenn er dauerhaft in einem anderen Land lebt.
  • Wer diesen Aufwand vermeiden möchte, sollte bereits im Vorfeld sicherstellen, dass die gewählte Berufsunfähigkeitsversicherung auch Befunde eines im Ausland ansässigen Arztes akzeptiert. Dies gilt besonders, wenn der gewählte Tarif regelmäßige Untersuchungen vorsieht.
  • Der Bund der Versicherten empfiehlt, in Deutschland weiterhin ein Konto zu unterhalten und dieses für den Zahlungsverkehr mit der Berufsunfähigkeitsversicherung zu verwenden. Der Versicherer kann die Leistung zwar im Regelfall auch auf ein Auslandskonto transferieren. Handelt es sich dabei allerdings um ein Nicht-EU-Land, trägt der Versicherte das Risiko.

Geplante Ausreise der Versicherung mitteilen

Einige Versicherer fragen bei der Antragstellung auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung beim Antragsteller nach, ob dieser einen Auslandsaufenthalt plant. Sobald die Auswanderpläne konkret werden, sollte der Versicherte in diesem Fall den Kontakt zur Versicherung suchen und den geplanten Ortswechsel schriftlich mitteilen. Dies empfiehlt der Verein Deutsche im Ausland e.V.. Andernfalls könnte sich der Versicherer später im Leistungsfall auf falsche Angaben bei der Antragstellung berufen und die Leistung verweigern.

Bild 1: ©istock.com/ugurhan Bild 2: ©istock.com/champlifezy@gmail.com

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