Wer ins Ausland auswandern möchte, sollte sich auch Gedanken über seine soziale Absicherung machen. Eine der wichtigsten Versicherungen für jede Person, die aktiv im Berufsleben steht, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch lässt sich diese Versicherung ohne Weiteres auf das Leben im Ausland übertragen oder muss ein neuer Vertrag abgeschlossen werden?

Die Berufsunfähigkeit sichert die versicherte Person gegen das Risiko ab, dass sie aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Spätestens wenn die Krankenkasse den Versicherten nach 78 Wochen Krankengeld aussteuert, greift im Fall der Berufsunfähigkeit die "BU" und der Versicherte erhält eine entsprechende Ersatzleistung. Auf diesen unerlässlichen Schutz sollten auch Auswanderer nicht verzichten. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung aber auch im Ausland weiter nutzen.

Bei Abschluss beachten: Ortsungebundener, weltweiter Versicherungsschutz

Schon beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten die Versicherten darauf achten, dass der Versicherer einen "ortsungebundenen, weltweiten Versicherungsschutz" in seinen Versicherungsbedingungen festgehalten hat. Dieser Aspekt ist unbedingt zu berücksichtigen, wenn Interessierte Berufsunfähigkeitsversicherungen vergleichen. Bei bestehenden Verträgen ist zu prüfen, ob diese Klausel enthalten ist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem ortsungebundenen, weltweiten Versicherungsschutz bleibt bestehen, egal in welchem Land der Versicherte sich aufhält oder arbeitet. Wer also mit dem Gedanken spielt, später einmal auszuwandern, sollte diesen umfassenden Versicherungsschutz von vornherein in seine Berufsunfähigkeitsversicherung integrieren.

Background of passport stamps on paper.
Stamps are not genuine original stamps. They are designed.

 

Berufsunfähigkeit im Ausland: Tipps für den Leistungsbezug

Wird der Versicherte im Ausland berufsunfähig, muss er unter Umständen dennoch bei einem deutschen Arzt vorstellig werden, der die Berufsunfähigkeit bestätigt:

  • Verlangt der Versicherer die Untersuchung in Deutschland, muss der Versicherte auf eigene Kosten anreisen, um sich dieser zu unterziehen, auch wenn er dauerhaft in einem anderen Land lebt.
  • Wer diesen Aufwand vermeiden möchte, sollte bereits im Vorfeld sicherstellen, dass die gewählte Berufsunfähigkeitsversicherung auch Befunde eines im Ausland ansässigen Arztes akzeptiert. Dies gilt besonders, wenn der gewählte Tarif regelmäßige Untersuchungen vorsieht.
  • Der Bund der Versicherten empfiehlt, in Deutschland weiterhin ein Konto zu unterhalten und dieses für den Zahlungsverkehr mit der Berufsunfähigkeitsversicherung zu verwenden. Der Versicherer kann die Leistung zwar im Regelfall auch auf ein Auslandskonto transferieren. Handelt es sich dabei allerdings um ein Nicht-EU-Land, trägt der Versicherte das Risiko.

Geplante Ausreise der Versicherung mitteilen

Einige Versicherer fragen bei der Antragstellung auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung beim Antragsteller nach, ob dieser einen Auslandsaufenthalt plant. Sobald die Auswanderpläne konkret werden, sollte der Versicherte in diesem Fall den Kontakt zur Versicherung suchen und den geplanten Ortswechsel schriftlich mitteilen. Dies empfiehlt der Verein Deutsche im Ausland e.V.. Andernfalls könnte sich der Versicherer später im Leistungsfall auf falsche Angaben bei der Antragstellung berufen und die Leistung verweigern.

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Sie haben sich für eine Auswanderung entschieden und das Land Ihrer Träume gefunden? Herzlichen Glückwunsch! Neben der Planung des Umzugs und dem Erwerb von Sprachkenntnissen sollten Sie jedoch gewisse bürokratische Angelegenheiten nicht außer Acht lassen. Mit unserer Checkliste wird Ihre Auswanderung zu einem vollen Erfolg!

Aufenthaltsgenehmigung

Wenn Sie in ein Land einwandern, das nicht zur Europäischen Union gehört, benötigen Sie ein Visum für Ihren Aufenthalt. In vielen Fällen können Sie dieses online beantragen, einige Staaten wiederum stellen das Visum erst bei der Einreise aus. Zwingend erforderlich sind in den meisten Ländern außerdem eine Arbeitserlaubnis und ein gültiger Pass. Letzterer sollte bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Auslandskrankenversicherung

Viele Krankenversicherungen bieten einen Langzeitversicherungsschutz für Auslandsaufenthalte an. In den ersten Wochen der Auswanderung kann es deshalb sinnvoll sein, eine deutsche Auslandskrankenversicherung abzuschließen und später zu einer einheimischen Krankenkasse zu wechseln. Im Fall einer Krankheit kann man zum Beispiel Hilfe durch das internationale Netzwerk der Europ Assistance erhalten. Wie diese aussehen kann, stellt das Fallbeispiel „Auslandskrankenversicherung“ anschaulich dar. Eine deutsche Versicherung ist jedoch nur für die Übergangszeit eine Option, langfristig muss man sich im jeweiligen Land versichern lassen.

Wichtige Dokumente

Bestimmte Papiere, wie Ihre Geburts- und Heiratsurkunde, Zeugnisse oder Zertifikate sollten Sie auf jeden Fall in Ihr neues Heimatland mitnehmen. Natürlich kann es vorkommen, dass einige Dokumente im Ausland nicht anerkannt werden und Sie deshalb zum Beispiel Ihre Führerscheinprüfung erneut ablegen müssen. Wenn man seine Papiere jedoch im Vorfeld übersetzen und beglaubigen lässt, kann man Glück haben und sich einige Arbeit ersparen. Auskunft zu dem Thema erteilt unter anderem das Kultusministerium der Länder.

Impfungen

Je nachdem, in welches Land es Sie verschlägt, sind neben den Standardimpfungen wie Tetanus oder Diphterie noch weitere Impfungen notwendig. In tropischen Ländern sollte man sich gegen Gelbfieber impfen lassen und auch eine Malariaprophylaxe kann sinnvoll sein. Zusätzlich ist eine Tollwut- und Hepatitis-Impfung, abhängig vom Reiseziel, empfehlenswert. Das Robert-Koch-Institut informiert über den Impfschutz in verschiedenen Ländern.

Wohnsitz abmelden

Wer sich für eine dauerhafte Auswanderung entscheidet, kann seinen Wohnsitz in Deutschland abmelden. Ihnen sollte jedoch bewusst sein, dass Sie dadurch keinen Anspruch auf Sozialleistungen aus Deutschland haben und Ihr Wahlrecht verlieren, wenn Sie es nicht im Voraus beantragen. Der Vorteil einer Abmeldung ist, dass Sie Ihre Verträge von Strom-, Telefon- und Internetanbietern außerordentlich kündigen können und nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen müssen.

Bild: © istock.com/fcscafeine

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